Gereimtes auf Ungereimtes

Limericks zu Corona  SARS CoV-2/ COVID-19
Ilse Niedermeier, 2020

20/20  war’s auf dem Planet Erde,
als plötzlich die Welt sich verkehrte:
Was groß war und reich
wurd’ ängstlich und bleich.
Wer das wohl der Erde bescherte?

Was geschehen musste, geschah,
ob in Asien, Europa, USA.
Die Verbreitung ging schnell.
Und immer aktuell
fiel der Name SARS CO RO NA

Corona nun war kein leckeres Bierchen.
Dahinter verbarg sich ein fieses „Vir’chen“,
das Menschen in Massen
ganz schnell tat erfassen.
Für niemand war das ein Pläsierchen.

Mit Fieber, Schnupfen und Husten
traf’s die, die eben noch schmusten.
Aus dem Urlaub zu Haus
kam für viele der Graus,
für die Schwachen wie für die Robusten.

Jetzt galt es, schnell zu agieren, 
alle Mittel zu mobilisieren.
Keiner darf auf ein Fest
ob ohne oder mit Test,
um sich ja nicht zu infizieren.

Inzwischen mit Hochdruck sie suchten
was gegen CoV-2, die verfluchten.
Doch das ging nicht schnell, 
es war zu speziell.
So sehr Forscher es auch versuchten.

In den Ländern galt Quarantäne.
Viele starben- es floss manche Träne…
Der Schutz wurde knapp,
Wohlstand ging bergab.
Ins Nichts zerrannen die Pläne.

Geschäfte blieben geschlossen:
Das hat sehr viele verdrossen.
Doch Pakete zuhauf 
aus dem Internetkauf
lieẞ Online-Handel sprossen.

Lebensmittel an allen Orten
mussten die Leute nun horten.
Papier für den Po
braucht man jetzt en gros.
Da kauft man auch teurere Sorten.

Nudeln und Dosen füllten die Taschen,
und Seifen genug zum Händewaschen.
Abstand war Pflicht,
Ausgang ging nicht-
schon gar nicht mit Picknick und Flaschen.

Home- Office in dieser Periode
kam nun bei vielen in Mode.
Es gab keine Schul’!
Für Schüler echt cool!-
Zu Hause lernt sich’s ganz commode.

Sie nutzen die schulfreien Wochen
für Haushaltsführung und Kochen,
gehn in die Natur,
schaun NICHT auf die Uhr—
nur vom “Schulzeug” unterbrochen.

An Ostern traf’s hart alle Frommen,
sie durften zur Kirche nicht kommen.
Die Türe war zu,
selbst der Pfarrer hat Ruh.
Ein Ablass war da schon willkommen.

Verkündet vom Papst hier auf Erden 
zu lindern die “größten” Beschwerden:
Gebet und Goodwill-
Bibellesung ganz still.
Es glaubt- wer’s denn glaubt von den Herden.

Wer jetzt an Corona oder sonstwas müsst’ sterben,
wär‘ auf die Art befreit vor Höllenverderben.
Vergeben die Schuld-
dank päpstlicher Huld
könnt gleich er/ sie das Himmelreich erben.

Inzwischen in Kliniken schaffen
Ärzte** und Pfleger**rechtschaffen
rund um die Uhr
(oft nicht) in voller Montur.
Wenn sie nur ja nicht erschlaffen!

An weniger Arbeit lässt sich’s gewöhnen.
Doch Unternehmer und Beschäftigte stöhnen.
Wer hat was davon?
Mit weniger Lohn
kann kaum man etwas verschönen.

Schön haben’s auch die nicht, die auf der Flucht
an den Grenzen nicht finden, was sie gesucht.
In Lagern versammelt,
die Tore verrammelt.-
Grad sie traf das Virus mit voller Wucht.

Was bleibt ist ein Ändern im Denken. 
Der Mensch darf sein Hirn nicht einschränken.
Soziales Verhalten
kann gut sich entfalten 
ganz ohne überirdisches Lenken.

Altruismus und Geist der Gelehrten
gehören für uns zu den Werten, 
die man unterstützt,
weil nur das etwas nützt
den Armen und Wohlgenährten.

Covid-19 zu dämmen ist nirgends gelungen.
Es hat die Gesellschaften weltweit durchdrungen.
Jetzt heißt es delay,
verlangsamen, stay,
zu mildern die Schäden-  notgedrungen.

Der Ministerpräsident aus Bayern
empfiehlt Mundschutz zu tragen im Freien
Maske vorm Gesicht-
Das Virus stört’s nicht,
wie wir suchen an Ostern nach Eiern.

Das Virus eroberte lässig die Welt,
hat keinen gefragt, ob es ihm gefällt
Nur FFP- Schutz
zu Fremd- und Eigennutz
auch kleinste Partikel abhält.

Was wird man dereinst resümieren
über die Pandemie mit den Viren?
In der Luft kein Verkehr,
die Straßen fast leer.
Die Ruhe könnt’ man konservieren.

Die Lehrenden nun notgedrungen
unterrichteten online die Jungen.
Die Methode war cool-
daheim in der Schul’!
Nicht allen ist das gut gelungen.

Ein Computer- und zu Hause drei Kinder,
Je fünf Fächer!-das sieht selbst ein Blinder:
So kann es nicht gehn.
Es braucht den Staat als Mäzen,
clevere Eltern, Lehrer,  Erfinder.

Zu lernen gäb’s hinterher viel aus der Krise.
Produzieren kann man nach der Devise:
Mach hier was im Land
ist nicht so riskant!
Global bist du auch nicht im Paradiese.

Wer auf Heilsbringer hofft, ist verlassen,
Wer besonnen ist, bleibt auch gelassen,
teilt die Waren, die da,
ob von fern oder nah,
hält sich dran, was die Regeln umfassen.

Mies bezahlte, doch systemrelevante Berufe
verdienten schon längst eine höhere Stufe!
Dass nicht wie so oft
und ganz unverhofft
verhallen im Nichts ihre Rufe!!

Herdenimmunität zu erreichen,
ohne dass vorzeitig Alte erbleichen-
Ein hehres Ziel
zu schaffen diffizil…
wär für freie Bürger ein Zeichen!

Genug Material, dazu Helfer und Tester
wirken zusammen wie ein Orchester:
Jeder Solist,
keiner Egoist!
Das macht die Gesellschaft fester.

14. April 2020

Onlinetreffen zu gemeinsamem Beten
hilft bei Corona und schützt den Planeten.
Zu diesem Schluss
kommt Söder Markus.
Die Wahlwerbung kostet ihn keine Moneten.

Gebete am Kulminationspunkt seinem Gott zu senden
kann manches Leid ganz ohne ihn beenden…
Das Gebet entbindet
den, ders erfindet
vorm Denken! So kann er Gott wieder loben und … spenden.

Vor Corona war manches anders, was nach Corona vorbei,
Bussi Bussi, Shake hands und die Um-armerei.
Trotz Lamoryanz-
Besser auf Distanz
bei Gruppen, die mehr sind als zwei!

2. Mai 2020

Im Mai nun nach sieben Wochen zu Haus
dürfen auch Spanier auf Abstand hinaus.
In „ihre“ vier Wände
war‘n sie am Ende.
Sie blieben verhalten- trotz Himmelblaus.

Der Finanzminister fragt sich mit Sorgen:
Wer soll das bezahlen heute wie morgen?
Die ganze Welt im Shutdown
mit wenig Vertraun…
Wer könnte uns da etwas borgen?

Schönheit muss leiden, das weiß ein jeder,
wenn nötig mit Abstand gegen Erreger.
Färben und Fönen,
Schneiden und Tönen.
Ab Mai ist der Ansturm sicher ein reger.

Was aber machen Michel und Ida,
wenn verschlossen seit Wochen sind Schule und KITA?
Den Kopf in den Topf?
Holzmännchen im Schopf?
Doch so was war selbst in Lönneberga noch nie da!

Die Zeitungen widmen den „Helden der Krise“
Danksagungsseiten- groß wie ein Riese.
Und den Müttern ein Dank?,
deren Nerven liegen blank!
Die „spielend“ schaffen zu Haus und auf der Wiese…

Was alles wird sich im Mai hier nun ändern?
Die Länder verkünden‘s auf all ihren Sendern:
Spielplätze auf!?
Waren zum Verkauf!
Doch im Park allein oder zu zweit nur schlendern.

6. Mai 2020

Von geradlinigen (;)) aus gerader Linie Verwandten
ist Besuch jetzt erlaubt plus einem Bekannten.
Was ist das Ziel?
Das verstehe wer will.
Springt das Virus nicht über von Geschwistern und Tanten?

Absperrbänder an Spielplätzen entfernen
stand bis Anfang Mai noch weit in den Sternen.
Doch seit dem neusten Bayern-Plan
weiß auch der jüngste Untertan:
Ich darf den Umgang mit Ab- und Anstand wieder erlernen.

Die Bayern vermissen die Wirtshauskultur.
Von bierseliger Stimmung keine Spur!
Kneipen verschlossen
macht viele verdrossen.
Im Sommer braucht’s dann eine Maibock-Starkbierkur.

Anmelden muss man auch Kirchenbesuche,
da hilft weder Beten noch Gefluche.
Das ewige Licht
sieht der Gläubige nicht.
Doch Verzicht zählt ja doppelt im himmlischen Buche.

Mit Sorgen und Bitten um sich und die Kranken
möchten pilgern zum Kreuzberg endlich die Franken.
Bier gibt’s noch nicht!
Da bleibt auch die Kirche dicht.
Doch wenn’s rum ist hört man sie loben und danken.

Im Un-Ruhestandmodus sind eh schon Senioren,
doch als Risikogruppe von Experten erkoren!
Quarantänepflicht
stört sie nicht!
Chorproben gibt’s online auch mit Kantoren.

12. Mai 2020

Für „innerdeutsche Ausländer“ sind ab Mitte Mai
die 16 Bundesländer befahrbar und (fast) frei.
Doch zu den Favoriten
unter den Urlaubsgebieten
geht’s nicht, sagen Staat und auch Polizei.

Jetzt sind gefragt viele Zahlen,
die Virologen-Kapazitäten empfahlen.
Wär `ne Woche dabei
mit im Kreis mehr als 35  neu
gäbs wieder Shut down mit Quarantäne-Qualen!

Wer jetzt muss scheiden von hienieden,
ob Koryphäen, Normalos, ob Nieten-
Bestattung im Coronamodus!
15 Trauernde und Schluss!
Die Leut hab‘n ihr‘ Ruh- und der Tote sein‘ Frieden.

In Krisen zu allen Zeiten gern blühen
der Glaube und krude Verschwörungstheorien.
Ist Wissen unklar und schwer,
muss ne leichte Erklärung her.
Sie lässt Demonstranten vor Hass und Halbwissen sprühen.

Beschränkungen ändern sich stündlich und täglich.
Vielen ist das zu viel und schlicht unerträglich.
Demonstrationen
gegen Sanktionen-
manche verständlich, doch viele unsäglich.

Der 7-Tage-R-Wert zeigt von Regionen und Städten
die Reproduktionszahlen und ihre Quantitäten.
Unter eins- ein guter Stand!
Höher wäre es riskant!
An Stelle der Freiheiten Verschärfungen träten.

Exponentielles Wachstum war längst schon vorbei,
als sich in Schlachthäusern zeigte die Sauerei.
Jetzt kam‘s heraus-
Billigfleisch ein Graus!
Schuld sind Fleisch-und Habgier, Gauner-und Knauserei.

In nem Gebetshaus in Frankfurt sich Baptisten anstecken,
nicht nur die, die die Ausbreitung von CoV-2 nicht checken.
Im Kämmerlein Beten und Gesang
käm‘- fest geglaubt- bei Gott auch an.
Das Virus blieb draußen und könnt den Frommen nicht schrecken.

Juni 2020

Den dankbaren Bayern erklärt ihr Wirtschaftsminister,
den genauen Sitzabstand im Biergarten besser als jeder Magister:
6 bis 8 Leute, gegenüber ein Kumpel
1 Meter 50 dazwischen- gibt’s mit CoV-2 kein Gerumpel
Klar wie nötig und eloquent wie möglich zieht Aiwanger dabei alle Register!

Arznei und Impfstoff entwickeln und unter die Leute bringen
ist schwerer als erhofft und wird so schnell nicht gelingen.
Präsenzunterricht für die Kinderschar
ist riskantes Lernen mit Ansteckungsgefahr.
Mit Abstand gehn Mathe, SU und Deutsch, aber lange nicht Turnen, Flöten und Singen.

In der Krise zu jammern geht auf hohem Niveau:
Ohne Urlaub im Ausland wird man nicht so recht froh.
In einem andern Land
gibt man sich tolerant
und jovial am Strand, im Lokal – coram publico.

Doch die mit anderem Aussehn zu uns herkommen
als Gestrandete fühlen sich wenig willkommen.  
Für dunklen Körper und Gesicht
gilt da das Menschsein etwa nicht?
„Der Andere ist ein Ich“ (Marc Augé) macht weit weniger beklommen.

Schutzmasken möchte Spahn schon gern haben,
am liebsten jedoch als milde Gaben.
Gesucht wird ein Riss,
die Zahlung vergiss!
Vertrauen wird so systematisch untergraben.

Der Föderalismus kann jetzt richtig glänzen,
führt erfolgreich beim Lockern zu Differenzen.
Was für Thüringen gilt,
ist für Bayern zu mild.
Hoffentlich weiß CoV-2 das und kennt auch die innerdeutschen Grenzen…

Nach drei Monaten Schließung öffnen die Grenzen von Polen.
In Partystimmung umarmt man sich unverhohlen.
Zigaretten und Frisör
gibt’s dort viel billiger;)
Alles- samt Virus- kann man sich jetzt wieder holen.

Nun soll IT helfen die Ausbreitung zu vermindern.
Dank und viel Geld gebührt Entwicklern und Erfindern.
Hast du mit Covid-19 ein Handicap,
sag’s einfach deiner Warn-App!
Den Kontakt mit Infizierten kann sie verkünden, doch leider nicht verhindern.

Oh Mädel- ruck ruck ruck an meine fromme Seite!
Zwar wirkt das Virus noch, das echt vermaledeite.
Drum gibt’s kein’ Friedensgruß
und auch kein’ Bruderkuss
doch Abstand 1,50!!-   statt der 2 Meter Breite.

Juli 2020

Ankurbeln der Wirtschaft zur zweiten Hälfte des Jahres
mit Mehrwertsteuersenkung- was Wunderbares!-
auf 16 und auf 5 Prozent,
am 31.12. ist’s wieder zu End‘.
Dann zeigt sich, ob der Endzahler bracht‘ genug Bares.

Im Juli ein Mittel wird zugelassen,
dass Infizierte nicht zu früh erblassen.
Remdesivir
Die USA schrei’n: „WIR“-
Nationalismus erfasst Regierung und Massen.

Bolsonaro, grad Herrscher im Lande Brasilien,
sprach großspurig auf ohne Schutzutensilien.
Jetzt hat er Verdruss!
Mit Corona-Virus
gefährdete er Reporter und ihre Familien.

Ob er durch Krankheit zur Einsicht wird kommen,
hat man leider bisher noch nicht vernommen.
Trinkwasser und Schutz
den Amazonas-Leuten zunutz
er verweigert- im Denken und Handeln verk(l)ommen.

Mit Sputnik war Russland im All damals schneller.
„Sputnik V“ jetzt als Impfstoff wär noch sensationeller!
Ob er (neben-) wirkt oder nicht
kommt erst später ans Licht…
Für Test 3 plus Impfen gibt’s weltweit schon heut‘ viele Besteller.

September 2020

“Wer zählt die Völker, nennt die Namen”,
die schutzlos im Urlaub zusammenkamen?
Kleine Kinder
gefährden nicht minder…
Drum Vor- und auch Rücksicht dürfen jetzt nicht erlahmen.

Zum Schuljahrbeginn neue Regeln nun sagen,
wann darf wer sich leicht krank zur Schule wagen.
Beginn der Attacke und Schluss
sind wichtig laut Beschluss
Trotz Zählens der Stunden bleibt Unbehagen.

Dazu passend ein Nicht-Limerick von Christian Morgenstern aus dem Jahr 1908:
“Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf daß er sich ein Opfer fasse
– und stürzt alsbald mit großem Grimm auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: »Pitschü!« und hat ihn drauf bis Montag früh.“

Das RKI vergleicht gründlich die Impfstoff- Daten,
welcher für wen günstig und gut sei, wird noch nicht verraten.
Ob Jung, ob Alt, ob Klinikpersonal,
ob säkular, ob klerikal-
Für Gläubige tun es Globuli und konsekrierte Wein-Oblaten.

Oktober 2020

Mit AHA (Abstand-Hygiene-Alltagsmaske) mag Alltag gelingen.
Doch bei lautem Sprechen und Singen-
wenn Konsonanten hart
und nicht japanisch zart-
kann CoV-2 im Aerosol zwei Meter weit springen!

Trotz großen Bemühens naht nun Welle zwei.
Kein Impfstoff präsent und keine Arznei!
Vergiss die Pläne-
bleib in Quarantäne
und fit für die Organisiererei.

Schon müssen etliche Schulen schließen,
wenn das Virus im Abstrich ist klar bewiesen.
Schule- o nein-
wieder online!
Die Stimmung schwankt zwischen Frust und Genießen.

Wer Kontakt hat mit andern in Räumen mit Türen,
sollte jetzt- laut Experten- ein Tagebuch führen:
WannMitwemWielangWo?
Und auf welchem Niveau??
Ein Spreader ließe sich so leicht aufspüren.

Teil die Infizierten der Kommune der letzten 7 Tage
durch die Einwohnerzahl der Stadt, ganz ohne Plage,
nimm mit 100 000 mal,
dann bekommst du die Zahl,
den Inzidenzwert (kritisch Ü-50) mit einem Schlage.

Rote Ampel!- Die Stimmung im Lande ist kläglich,
in Städten zum Teil fast unerträglich.
Versammlungs- und Alkoholverbot
bringt Kunst und Lokale in Not.
Demonstrationen werden dadurch alltäglich.

Ohne Impfstoff hilft jetzt nur Kontaktreduktion
gegen Covid. Doch Angst, Sorgen, Stress und Depression
machen sich breit.
Nur der ist gefeit,
der gelassen bleibt, trotz aller Provokation.

November 2020

Für Allerheiligen gilt spezielles Verhalten:
Der Pfarrer muss ohne Publikum seines Amtes walten.
Doch mit Weihwasser klar,
weder toxisch noch rar,
kann er (per youtube zu sehn) den Toten zur Ehr’ die Feier gestalten.

Ein Mini- Lockdown steht nun wieder an-
für viele Gewerbe der reinste Wahn!
75 Prozent-
reicht das aus im Moment?
Mehr übel als wohl wird man den Staatszuschuss (so er kommt) bejahn.

Produziert wird weiter so viel wie zuvor
preisgünstig- selbst Luxus und Komfort.
Mit Deko und Mode fesch
-aus China und Bangladesh-
setzt die Werbung dem Kunden/ der Kundin ‘nen Floh ins Ohr.

In München auf der Theresienwiese
versammeln sich zu viele „Querdenker“ gegen die Krise.
Trickreich als „Gottesdienst“ deklariert,
sind Polizisten zurecht konsterniert:
Kirche- ja/ AHA-lose Demo-nein! lautet doch klar die Devise.

Belehrungen wurden zwar ausgesprochen
für die, die die Vorschriften schnöde gebrochen.
Doch mit Pfarrern wie Fliege
klappt die Intrige!
Dass Kirchen aber auch dürfen ihr eigenes Süpplein kochen…

Das müssen sich Narren hinter die Ohren schreiben:
Der Start in den Karneval 11/11/20 wird unterbleiben.
Kein Schunkeln, keine Schau-
Kein Alaaf, kein Helau-
Zwar Massen-Maskierung- doch kein Faschingstreiben!

In der Bütt könnt‘ man legal polemisieren,
Regierungsbeschlüsse vortrefflich monieren.
Freilich das sei tabu,
der Mund bleibt zu:
Hilflosigkeit muss man nicht noch parodieren!

Der Kreuzberg in der Rhön liefert herrliche Steilvorlagen:
Wer will, lässt dem „Herrn“ sein Weh via WhatsApp den Berg hinauftragen.
Näher, mein Gott, zu dir-
nach Corona gibt’s wieder Kerzen und Bier…
Wird der Allmächtige die Antwort vielleicht kryptisch per Twitter sagen?

Trotz AHA-Vorschriften fallen Lehrkräfte aus
für Fächer, wie Religion, scheint das wohl ein Graus.
Kann man so Verschiedenes mischen,
es „konfessionssensibel“ mal auftischen?
‘Aber nur kurz’, warnen die Kirchen, bloß nicht über Corona hinaus.

Sie befürchten am meisten das freie Denken,
versuchen, mit diversen Modellen den Lernstoff zu lenken.
Was da wohl dagegen spricht:
Alle Schüler in gemeinsamen Werteunterricht!-
und Kinder mit Menschenrechten und fairem Verhalten, auch nach Corona zu beschenken?

Selbst Weihnachten steht schon auf der Kippe.
Braucht es ein Abstandstreffen dies‘ Jahr mit der Sippe?
Mit Jitsy, webex  und zoom
ist die ganze Korona auch um dich rum,
kommuniziert kontaktlos, selbst bei COVID und Grippe.

Wer vermisst 2020 Gedudel und Glühwein,
Weihnachtsmarkt-Feeling und Shopping im Lichtschein?
Eine echt stille Nacht
bringt mehr als gedacht.
Auch Wunschpunsch zu Haus schafft seliges Wohlsein.

Zum Hochfest im Winter hat’s die Sonnenwende gebracht,
allgemein bekannt als stille und heilige Nacht.
Trotz glatter Straßen
treffen sich Vettern und Basen.
Im Coronajahr ist so etwas allerdings unbedacht.

Schnell könnte man dreh’n die Kalenderblätter:
Die Sonnwendfeier im Juni sei des Festes Retter!
Treffen ohne Stress-
wer’s braucht kriegt Markt und Mess‘
statt Winterpunsch: Bowle im Freien (mit 1,50 Abstand!) bei Sommerwetter.

Keine Truthähne, Lämmer, Enten und Gänse,
weder dick machende Plätzchen noch Ochsenschwänze.
Viel Gemüse und Obst
du gern mal erprobst.
Und abends gibt‘s Musik und lockere Tänze.

Die Menschen erwarten die Ankunft täglich
und hoffen, der Impfstoff sei gut und verträglich.
Moderna, Biontech/Pfizer
wer’s Rennen macht, der ist Kaiser.
So helfen Wissen und Können und sind auch einträglich.

Ist‘s Unachtsamkeit, ist’s mangelnde Hygiene?
Schulklassen müssen- auch wiederholt- in Quarantäne.
Nur e i n positiver Test
grenzt aus den ganzen Rest.
Bei beengtem Wohnraum fließt manch’ jugendliche Träne.

Feuerwerk, Böller und fröhliches Treiben
sollen zu Neujahr böse Geister vertreiben.
Illusion, die verpufft,
Dafür Feinstaub in der Luft!
SARS-CoV-2 wird zu all dem Müll gern noch länger bleiben.

Zur Pest gabs- wie heut’ auch- irren Verschwörungswahn.
Eine Orgie des Aberglaubens stand auf dem Plan.
Hostienschänder, Brunnenvergifter,
Flagellanten, Kometen, Pestsäulenstifter.
Doch gegen die Ratten halfen Häuser aus Stein- ganz profan!

Nach der Spanischen Grippe mit den vielen Toten
bei den Sitten, den im Krieg so verrohten,
war das Schlimme auch jetzt okkult,
bekamen die Gleichen wieder Schuld…
wurde es ganz schlicht verboten, auszuspucken auf den Boden.

Wie wollen wir nach Corona leben?
Nicht krampfhaft an Traditionen kleben!
Namaste, Ellenbogengruß,
Hand aufs Herz und kein Geschmus-
AHA, wenn nötig und… Homeoffice nicht aufgeben!